Neue Mittelschule (NMS)

Am Donnerstag, 29.03.2012 wurde im Nationalrat das Ende der Hauptschule beschlossen.

Ab dem Schuljahr 2012/13 wurde der Modellversuch „Neue Mittelschule“ (NMS) zur Regelschule.

Österreich erhält damit erstmals seit 50 Jahren wieder einen neuen Schultyp.

Der Zeitplan sieht vor, dass die Umstellung von Haupt- auf Neue Mittelschule  im Schuljahr 2018/19 endgültig abgeschlossen sein wird.
Bundeskanzler Werner Faymann bezeichnet diese Einigung als „wesentlichen Schritt“ einer Bildungsreform und Vizekanzler Spindelegger betont gleichzeitig für die ÖVP, den Bestand des Gymnasiums weiterhin erfolgreich abgesichert zu haben.

Das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) kritisiert zu Recht die Übernahme des Modellversuchs in das Regelschulwesen ohne jegliche Evaluierung.
Schließlich war durch einen  Parlamentsbeschluss vereinbart worden, dass das Bifie Ende 2012 einen Evaluierungsbericht als mögliche Entscheidungsgrundlage für die Einführung der NMS vorlegen sollte. Dieser Evaluierungsbericht soll neuerdings erst 2015 präsentiert werden,  wenn die flächendeckende Umstellung der Hauptschulen bereits abgeschlossen ist.

Für die SPÖ und Bildungsministerin Claudia Schmied ging es darum, irgendetwas bewegt zu haben, gleichgültig was, und für die ÖVP darum wieder etwas „erfolgreich verhindert“ zu haben.

Im Schuljahr 2013/14 ist die NMS in der Steiermark - bis auf 4 HS-Schulstandorte bereits flächendeckend eingeführt.

Kritikpunkte:

•   nach wie vor hoher selektiver Charakter in einem differenzierten Schulsystem

•   weiterhin ungebrochener Zustrom in die Unterstufe der AHS

•   der Leistungsabstand zur AHS konnte nicht verringert werden

•   es ist unzulässig Teamteachingstunden der BundeslehrerInnen zu supplieren

•   zusätzliche Belastungen: Schulstufenteamsitzungen, KEL-Gespräche, ergänzende Leistungsbeschreibungen,
    SQA, bürokratischer Mehraufwand, fehlendes Unterstützungspersonal

•   nichtssagende 7-teilige Notenskala

•   verstärkte Zunahme der Burn-out-Fälle