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46 Prozent hörten dienstunfähig auf

Wenn die Alarmglocken den Pausenlärm übertönen: Im Vorjahr traten 46 Prozent der beamteten Landeslehrer ihren Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit an. Von insgesamt 160 Pensionierungen hieß es in 74 Fällen "Ruhestandsversetzung wegen dauernder Dienstunfähigkeit". Das geht aus Landesakten hervor.

Am häufigsten steckten "Burn-out beziehungsweise Depressionen dahinter", erläutert man im Landesschulrat. Ähnlich war die Situation an AHS (allgemein bildenden höhere Schulen): Von im Vorjahr 128 neuen Ruhestandsfällen erfolgte der "überwiegende Teil der Pensionierungen krankheitsbedingt", teilt die zuständige Abteilung mit. Wobei die psychischen Erkrankungen an erster Stelle stünden.

"Druck ist groß"

Ohne die Hintergründe im Einzelfall nennen zu dürfen oder zu können, weiß die Schulverwaltung natürlich: "Die Leute bemühen sich, aber der Druck ist groß." Unübersehbar sei das "Problem, dass die Gesellschaft viel auf die Lehrer abwälzt". Das kostet Kraft, das kann krank machen – und schließlich vor dem Amtsarzt, der ja eine Dienstunfähigkeit attestieren muss, enden. Zumal es "keine Ersatzarbeitsplätze für Lehrer gibt", stellt man in der Behörde trocken fest.

Die 74 Fälle – darunter auch Krebserkrankungen – betrachtet, mussten diese Pädagogen mit im Schnitt 57,7 Jahren aufhören. Ihre durchschnittliche Pensionshöhe hat 2515 Euro brutto (ohne Sonderzahlungen etc.) betragen. Zum Vergleich: Jene 76 Landeslehrer, die 2014 vorzeitig in den Ruhestand versetzt worden sind, waren zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich 60,7 Jahre alt. Ihre Durchschnittspension hat 3279 Euro monatlich ausgemacht. Mittlerweile sind 6278 Landeslehrer im Ruhestand.

300 bis 400 jährlich

Die Vertragsbediensteten eingerechnet, gehen jährlich zwischen 250 und 300 Landeslehrer in die "Rente". Ab 2016 rechnet man mit einem Anstieg – geschätzte 300 bis 400 Pädagogen würden jährlich aufhören. Denn: Die geburtenstarken Jahrgänge erreichen das entsprechende Alter. Das belastet einerseits das Budget, wo zuletzt 320 Millionen Euro brutto für alle Lehrerpensionen eingeplant waren. Das wird andererseits aber junge Pädagogen freuen, die auf einen Posten warten. In Summe "sehen wir das als sehr positiv, wenn es in der Pflichtschule eine gute Durchmischung von jungen und älteren Pädagogen gibt. Hier stößt frischer Wind auf jahrelange Erfahrung", sagt Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner.