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NMS Radiodiskussion

Von den Volksschülern meldeten sich für das kommende Schuljahr 36 Prozent in einer Neuen Mittelschule in Graz an. Zuzüglich der Nachmeldungen wird der Anteil an Neuen Mittelschülern dort sein, wo die Hauptschulen vor sieben Jahren war: bei etwa 42 Prozent der früheren Viertklassler. Damals hieß es allerdings: Nur die Neue Mittelschule kann das Hauptschulsterben stoppen. Dies gelang ansatzweise nur in den ersten drei Jahren.

Stadt Graz/Foto Meister | Die NMS Ferdinandeum in Graz-Innere Stadt

Landesschulinspektor: „Erwartungen überzogen“

Im Rückblick sagt der zuständige Landesschulinspektor Hermann Zoller: „Die Erwartungen, die hier in die Neue Mittelschule gesetzt worden sind, waren aus meiner Sicht etwas überzogen.“ Die Tatsache, dass in den Hauptgegenständen in Zweier-Teams gelehrt werde, habe aber zu einer Entspannung an sogenannten schwierigen Schulstandorten geführt.

Lehrergewerkschaft: „Etikettenschwindel“

Der Personalvertreter der Unabhängigen Lehrergewerkschaft, Hans Stipsits, geht mit seiner Kritik weiter: So, wie die Neue Mittelschule sich entwickelt habe, müsse man von einem Etikettenschwindel sprechen. Auch Zoller räumt ein, dass nach wie vor bildungsnahe Eltern ihre Kinder in die AHS schicken: „Hier entscheidet vielfach der sozioökonomische Status der Eltern. Die Gymnasien im Ballungsraum haben da eine gewisse Sogwirkung.“ Völlig gescheitert ist übrigens ein an sich wichtiger Teil des Konzepts - dass nämlich AHS ihre Unterstufen als Neue Mittelschule führen.

Stadt Graz/Foto Meister | Die NMS Kepler in Graz-Lend

Reden Sie mit!

Das Thema wird am Montag auch in den Radio Steiermark-„Impulsen“ diskutiert: Reden Sie mit!

Unterricht in Zweier-Teams

Das pädagogische Konzept der Neuen Mittelschule sieht vor, die Schüler in den durchwegs heterogenen Klassen noch individueller zu fördern. In den Hauptgegenständen unterrichten beispielsweise jeweils zwei Lehrer als Team. Ein ganzes Bündel an Lernformen soll die Schüler mehr als bisher am Unterricht beteiligen und zu selbständigem Arbeiten führen.

NMS für Eltern nicht attraktiver als Hauptschule

In der Realität wurde das Konzept nur teilweise auf den pädagogischen Boden gestellt. Die AHS verweigerten schlichtweg das Führen ihrer Unterstufen als Neue Mittelschulen. Das sogenannte Hauptschulsterben im städtischen Bereich wurde nicht gestoppt, die Neue Mittelschule ist - beispielsweise in Graz - bei den Eltern um nichts attraktiver als davor die Hauptschule. In den ländlichen Bereichen, wo die Neue Mittelschule durchwegs gut funktioniert, hatte auch die Hauptschule keine Probleme.

Stadt Graz/Foto Meister | Die NMS Webling in Graz-Straßgang

Schwierige Bildungspolitik ein Problem

Die Neue Mittelschule war gedacht als erster Schritt in Richtung einer gemeinsamen Schule für die Zehn – bis Vierzehnjährigen. Der zweite Schritt erfolgte nicht, die Neue Mittelschule leidet unter der bildungspolitischen Blockade in Österreich.

Debatte: Gibt es die „optimale Schule fürs Leben“?

Diskussionsrunde um Erfolg oder Misserfolg der NMS

Unter dem Titel „Die Neue Mittelschule-Erfolg oder Opfer der Bildungspolitik in Österreich?“ diskutieren der zuständige Landesschulinspektor Hermann Zoller, der Lehrerpersonalvertreter Johann Stipsits, die AHS-Direktorin Eva Ponsold und die Bildungssprecherin der ÖVP im Landtag, Waltraud Schwammer.

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