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Sozialpartner für Kampf gegen Schulabbruch

AK fordert Maßnahmen

Melitta Aschauer, Leiterin des Arbeiterkammerbereichs Bildung, nennt die Risikogruppen: "Die sozial prekäre Situation trifft oft zusammen mit Migrationshintergrund und damit auch mit Sprachschwierigkeiten." Diese Gruppe brauche viel Hilfe, aber man komme an sie nicht leicht heran. Besonders deutlich ist die Sprachproblematik bei der Spezialfrage Hauptschulabschluss ja oder nein: Junge Leute mit nicht-deutscher Umgangssprache haben den zu fast zehn Prozent nicht, junge Leute mit deutscher Umgangssprach nur zu knapp drei Prozent. Die Arbeiterkammer verlangt ein Bündel von Maßnahmen gegen das vorzeitige Bildungs-Aus: Unter anderem bessere Berufsinformationen an den Schulen, bessere Unterstützung der Lehrlinge auf dem Weg zur Lehrabschlussprüfung, und mehr Geld für Schulen in ärmeren Gegenden. Da hätten auch die Bewohner in den Villenvierteln etwas davon, meint Melitta Aschauer, auf dem volkswirtschaftlichem Umweg der höheren Chancen eines gesamten Landes und seiner Kinder.

WK gesprächsbereit

Nachfrage beim Sozialpartner Wirtschaftskammer - was hält dort davon? Michael Landertshammer, Leiter der Bildungspolitischen Abteilung: "Wir können dem zustimmen unter der Voraussetzung, dass ein bestimmter Schlüssel gefunden wird. Es kann nicht sein, dass manche Schulen ausgehungert werden. Es bedarf hier eines Gesamtkonzepts, aber die Idee im Prinzip passt." Die Wirtschaftskammervorschläge im Kampf gegen den Ausbidlungsabbruch: Potenzialanalyse und Berufsberatung schon im Pflichtschulbereich, Lesen-Lernen auch nach dem Ende der Schulpflicht, mehr Autonomie für die einzelnen Schulen, und so weiter. Landertshammers ungeduldiger Apell an die rot-schwarze Regierung, klingt ähnlich wie Bildungsvolksbegehrens-Aktivisten vor wenigen Tagen: Reformen und Expertenpapiere endlich ernsthaft diskutieren und umsetzen.