News

Neue Mittelschule: ÖVP stellt Ausbau infrage

Lopatka: „Im Ernstfall rückgängig machen“

Bis Anfang nächsten Jahres soll die federführend von Experten der Uni Salzburg und der Uni Wien durchgeführte Untersuchung der ersten beiden Jahrgänge der 2008 als Schulversuch gestarteten NMS vorliegen. „Dann müssen wir uns sehr genau anschauen, ob sich das bewährt hat“, so Lopatka. Er habe „größte Zweifel“ daran. „Im Ernstfall muss man auch den Mut haben, das rückgängig zu machen.“

Grund für seine Skepsis sind unter anderem die Ergebnisse der Anfang 2014 veröffentlichten Englisch-Bildungsstandardtestungen, bei denen die NMS keine besseren Ergebnisse als die Hauptschulen geliefert haben.

Dazu kämen die vom Rechnungshof monierten hohen Kosten durch den Einsatz mehrerer Lehrer pro Klasse in einzelnen Fächern (Lehrerpersonalkosten pro Schüler an NMS: 7.200 Euro, an AHS-Unterstufe: 4.700). „Wenn sich dann noch herausstellt, dass es auch pädagogisch wenig bringt, wenn es also bedeutet, ‚außer Spesen nichts gewesen‘, dann kann man nicht sagen, die NMS muss trotzdem bleiben“, so Lopatka.

Heinisch-Hosek schließt Ausbaustopp aus

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat einen Ausbaustopp der Neuen Mittelschule unterdessen dezidiert ausgeschlossen. Sie wolle an dem „pädagogisch wertvollen Konzept“ mit Individualisierung und der Förderung von Kompetenzen jedenfalls festhalten, heißt es aus ihrem Büro zur APA.

Sie wolle nun die Ergebnisse der für Anfang 2015 angekündigten wissenschaftlichen Überprüfung abwarten. Wenn sich dabei herausstelle, dass das eine oder andere verbesserungswürdig sei, sei die Ministerin gerne bereit, das zu diskutieren. „Aber es ist unseriös, das pädagogische Konzept vorzuverurteilen.“

Einen Stopp des Ausbaus der NMS, die bis 2015/16 alle Hauptschulen flächendeckend ablösen soll, lehnt Heinisch-Hosek unabhängig vom Ergebnis ganz klar ab. Dasselbe gilt für Lopatkas Vorschlag, die Umwandlung von Hauptschulen in NMS „im Ernstfall“ rückgängig zu machen.