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OECD-Studie: Alle Parteien sehen sich bestätigt

Grüne, HochschülerInnenschaft (ÖH) und Arbeiterkammer (AK) kritisierten in Aussendungen vor allem die schlechten Werte Österreichs bei der Bildungsmobilität. AK-Präsident Rudolf Kaske forderte zur Bekämpfung der ungleichen Bildungschancen ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr sowie einen Schwerpunkt auf Unterrichts- und Betreuungsqualität beim Ausbau der Ganztagsschulen. Außerdem müssten Kindergartenpädagogen wie fast in der gesamten OECD auf akademischem Niveau ausgebildet werden.

Kritik an Ineffizienz

Die Industriellenvereinigung (IV) will gleich die „Reset“-Taste bei der Bildung drücken. Für Generalsekretär Christoph Neumayr ist es „absurd“, dass sich Österreich nach wie vor keine akademische Ausbildung im Elementarbereich leiste. Außerdem müsse es Änderungen bei der „unübersichtlichen Schulverwaltungsstruktur“ geben - nach wie vor stimmten die hohen Bildungsausgaben und die vom Spitzenfeld weit entfernte Bildungsqualität nicht überein.

Forderung nach mehr Geld

Die ÖH forderte eine „drastische Erhöhung der Bildungsausgaben und eine Bildungsreform“. Mit besseren Betreuungsverhältnissen und Ausgaben von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im tertiären Sektor könne man die Akademikerquote deutlich anheben. Auch die grüne Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer fordert von der Regierung ein „Herausrücken der Unimilliarde“. Österreich sei mit Ausgaben von 1,5 Prozent für den tertiären Sektor vom Zweiprozentziel weit entfernt.

ÖVP-Wissenschaftssprecher Karlheinz Töchterle unterstützt Forderungen nach mehr Mitteln für den Hochschulsektor. „Gerade auch um international mithalten zu können, ist eine Budgetsteigerung unabdingbar“, so Töchterle. Man müsse aber auch sehen, dass die öffentliche Hand in Österreich schon jetzt mehr Budget für den tertiären Bereich zur Verfügung stelle (1,4 Prozent des BIP) als im OECD-Durchschnitt (1,1 Prozent). Darüber hinaus wünscht sich Töchterle eine differenzierte Sicht auf die Akademikerquote. „Nicht jedes gelingende Leben setzt einen Hochschulabschluss voraus“, so der ehemalige Wissenschaftsminister.

Erfolg und Scheitern

Ein weitgehendes positives Resümee zieht SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann: „Generell sind die Österreicherinnen und Österreicher gut ausgebildet und haben ein hohes Ausbildungsniveau bei niedriger Jugendarbeitslosigkeit“, so Großmann. „Messbare Verbesserungen“, ortet sie vor allem in der Elementarpädagogik und bei der AkademikerInnenquote.

Ganz anders sieht das die FPÖ. Für Bildungssprecher Walter Rosenkranz zeigt die Studie, dass „Österreichs Bildungssystem teuer, aber wenig effizient“ sei und bestätige, dass „das Schulexperiment Neue Mittelschule gescheitert“ sei.