Wir von der PULL-UG fordern Inklusion, aber nicht auf Kosten von LehrerInnen und SchülerInnen.

Wir fordern ausreichende Ressourcen und qualitativ geschultes Fachpersonal: SonderschullehrerInnen, BeratungslehrerInnen, MuttersprachenlehrerInnen, DAZ-LehrerInnen, SozialarbeiterInnen, Legasthenie- und DyskalkulietrainerInnen, SchulpsychologInnen und SchulärztInnen, die auch kurzfristig und in Krisensituationen zur Verfügung stehen. Weiters fordern wir Supplierungen von ZweitlehrerInnen, adäquate Räumlichkeiten, kleine Klassen, Supervisionen und faire und bedarfsorientierte Förder- und Stützmaßnahmen im sonderpädagogischen Bereich anstatt prozentueller Kontingentzuweisungen (derzeit 2,63 %).

Laut dem OECD-Projekt TALIS (Teaching and Learning International Survey), einer international vergleichenden Studie, deren letzte aus dem Jahr 2018 stammt, gibt es in keinem anderen Staat so wenig Support für die LehrerInnen wie in Österreich. Österreich liegt hier hinter Belgien an letzter Stelle und hat sich somit gegenüber 2008 nicht verbessert, als wir hinter der Türkei den letzten Platz einnahmen.

„Wer sich mit Herausforderungen, Möglichkeiten und Chancen der Inklusion für Menschen und Institutionen beschäftigt, sollte die Unvermeidbarkeit von Exklusion nicht außer Betracht lassen. Inklusion ist ohne Exklusion zwar zu denken, aber nicht zu realisieren.“ (Kahlert, 2019, S.11&12) Gemeint ist, dass Inklusion nicht um jeden Preis realisiert werden kann und darf. Das Gelingen einer inklusiven Schule ist nur mit innerer und äußerer Differenzierung möglich, damit die betreffenden Kinder und das Lehrpersonal nicht an ihre Grenzen stoßen. Hier hat der gemeinsame Unterricht genauso Platz wie der getrennte. Nur so kann Lernen effektiv sein.

Es ist bemerkenswert, auf welche Art und Weise Versuche gestartet und unternommen wurden und werden, um Kinder mit verschiedenen geistigen oder körperlichen Einschränkungen zu integrieren, ohne auf die wirklichen Bedürfnisse der jeweiligen Kinder einzugehen. Oft fehlen die Zeit und die Energie zum regelmäßigen Austausch untereinander, und es fehlen geeignete Ressourcen, um einen optimalen Unterricht durchzuführen.

Es muss den spezifischen Förderansprüchen von Kindern mit einem sonderpädagogischen Förderbereich Rechnung getragen werden. Aber auch Kinder ohne SPF, die in irgendeiner Hinsicht besondere Bedürfnisse aufweisen (etwa Teilleistungsschwächen oder Hochbegabung), verdienen spezielle Unterstützung. Nicht zuletzt ist zu betonen, dass alle Kinder einer Klasse das Recht auf bestmögliche Förderung haben, auch die leistungsstarken Kinder.

Inklusionsschulen gehören bestmöglich gefördert, da sie eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung meistern. Daher sind Sparmaßnahmen kontraproduktiv und nicht zielführend.

Inklusion darf nicht als Einsparungsmaßnahme missbraucht werden!

 

Kurztext zum Thema „Inklusion“:

Wir fordern Inklusion, aber nicht auf Kosten von LehrerInnen und SchülerInnen!

Wir fordern ausreichende Ressourcen, qualitativ geschultes Fachpersonal, Supplierungen bei Doppelbesetzungen und adäquate Räumlichkeiten!

Inklusion darf keine Einsparungsmaßnahme sein!

 

 

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