Bereits 2011 wurde der „Parteienproporz“ durch die damalige Landesregierung abgeschafft, nur in der Schulverwaltung blüht und gedeiht dieser wie eh und je.

Blicken wir nur auf den Zeitraum der letzten zwei  Jahre zurück.

2017 wird der Posten „ Vizepräsidentin des LSR Steiermark“ in Vorbereitung der Umstrukturierung des LSR zur Bildungsdirektion ersatzlos gestrichen. Alexia Getzinger (SPÖ), eine bis dahin auch für viele Bildungsinteressierte nicht wahrnehmbare Vizepräsidentin des LSR Steiermark, wurde nun entsprechend versorgt. Dazu kreierte man aus der bisherigen Einzelverantwortung für das Universalmuseum Joanneum eine sogenannte neue Doppelspitze mit der neuen kaufmännischen Geschäftsführung unter Alexia Getzinger: Diese “Besetzungsfarce“ war begleitet von zahlreichen Anfragen im steirischen Landtag und vielen Diskussionen in der steirischen Medienlandschaft zu den Themen ungewöhnliches Anforderungsprofil und skandalöse Ausschreibung .

Auf Basis eines von ÖVP und SPÖ beschlossenen Übereinkommens vom Juli 2015 hätte nämlich Elisabeth Meixner (ÖVP) am 1. Jänner 2018 mit Alexia Getzinger einen Rollentausch bzw. Funktionswechsel vornehmen müssen. Durch den oben erwähnten Postenschacher war aber nun der Weg frei für die damalige amtsführende Präsidentin des LSR für Steiermark, Elisabeth Meixner (ÖVP) zur Bildungsdirektorin.

So konnte der Umbau des LSR zur Bildungsdirektion möglichst ungestört und natürlich im Sinne des Parteienproporzes munter fortgesetzt werden.

Mit 01.01.2018 wurde Elisabeth Meixner (ÖVP) zur Bildungsdirektorin und Bildungslandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) zur Präsidentin der Bildungsdirektion ernannt.

Eine Führungsebene darunter wurden nach durchaus hinterfragenswerten Ausschreibungen und beträchtlichem medialen Getöse Hermann Zoller (ÖVP) als pädagogischer Leiter und der frühere Geschäftsführer der Grazer SPÖ, Bernhard Just, als administrativer Leiter bestellt.

Zu guter Letzt wurden im April 2019 noch die Abteilungsleiter für die sieben steirischen Bildungsregionen nach demselben intransparenten Muster ausgeschrieben.

Die Entscheidung in diesem Bereich steht noch aus, da, wie hinlänglich bekannt, zwischenzeitlich die Bundesregierung kollabierte: Aber auch hier wird, von welcher Regierung auch immer, sicherlich im Sinne des Parteienproporzes entschieden werden.

Während sich ÖVP und SPÖ in der Öffentlichkeit stets für eine transparente Postenvergabe aussprechen, agieren sie in Gremien und hinter verschlossenen Türen auf vielen Ebenen ausschließlich aus parteipolitischen Interessen.

Die „Bestellungsfarce“ bei der Vergabe der Top-Posten in der Bildungsdirektion Steiermark lässt nicht nur vermuten, dass ohnehin im Vorfeld dieser Ausschreibungen bereits alles vereinbart war. So wird durch die parteiproporzmäßige Aufteilung der begehrten Spitzenpositionen in der Bildungsdirektion auch weiterhin der ungebrochene Parteieneinfluss auf große Teile der steirischen Bildungspolitik gewährleistet.

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