Aus nicht nachvollziehbaren Gründen nimmt die Dienstgeberseite (BDir., Land Stmk.) die wahre Tragweite dieser Problematik nicht zur Kenntnis und führt keine seriösen, ergebnisorientierten Verhandlungen.

LehrerInnen zählen zu den am meisten Burnout gefährdeten Menschen. Sie dominieren innerhalb der Burnout Forschung als größte homogene Berufsgruppe.

Eine Studie, die 2016 von der „ARGE Burnout“ im Auftrag der LehrerInnengewerkschaft und eine weitere Studie, die 2018 von der PH Niederösterreich und der Universität Wien durchgeführt wurden, kommen zu alarmierenden Ergebnissen. Demnach erleben 65 % der LehrerInnen den Berufsstress als belastend, fast 43 % als stark belastend, nahezu 55 % fühlen sich erschöpft und über 35 % sind stark erschöpft.

Auch in der Studie von 2016 gab diese Überlastung schon ein Drittel der Lehrpersonen an. Dies bedeutet bereits der Burnout Risikogruppe anzugehören. Bereits 12 % der befragten LehrerInnen gaben an, bereits unter Burnout zu leiden (im Vergleich dazu waren es 2014 noch 5 % der LehrerInnen).

Neben den gesellschaftlichen Veränderungen wie Migration und Digitalisierung sind es vor allem die konventionellen Problemfelder wie Bürokratie, ständige Umstrukturierung, Mobbing, Lärm, schlechtes Berufsimage aber besonders unaufgearbeitete Konflikte mit Vorgesetzten und KollegInnen, die LehrerInnen die Arbeit verunmöglichen.

Am stärksten Burnout gefährdet sind den Studien zufolge sehr engagierte als auch bereits resignierende LehrerInnen mit geringer Resilienz. Beide Gruppen zeigen deutlichste Überlastungserscheinungen und erfahren in dieser Problemsituation keinerlei Unterstützung von der Dienstgeberseite. Dabei ist festzuhalten, dass es die klare Pflicht des Dienstgebers ist, die Persönlichkeitsrechte und die Gesundheit der LehrerInnen bestmöglich zu schützen.

In diesem Zusammenhang ist die Schulleitung eine bedeutende Instanz. Sie hat die Pflicht, ein mitarbeiterfreundliches und respektvolles Arbeitsklima zu schaffen und gegen jegliche Mobbingtendenz vorzugehen. SchulleiterInnen stehen immer in der Verantwortung für ihre LehrerInnen.

Die Realität sieht aber vielfach anders aus. Gemäß diverser Studien erfolgen direkte Mobbingattacken im Empfinden der Betroffenen primär ausgehend von SchulleiterInnen, gefolgt von KollegInnen, den Eltern und zuletzt von SchülerInnen.

Hauptursache für Mobbing unter LehrerInnen ist also die Schulleitung. Wer bei ihr in Ungnade fällt, sieht sich zunehmend auch noch der Ausgrenzung durch KollegInnen ausgesetzt.

Mobbingopfer werden mitunter selbst zu „Tätern bzw. zu Störenfrieden“ erklärt und vielfach wird ihnen signalisiert, „dass sie wohl im falschen Job gelandet sind und besser etwas anderes machen sollten“.

Bereits 2014 errechnete Karl Kriechbaum, Autor der Belastungsstudie 2014, dass Burnout bei LehrerInnen jährlich mindestens 150 Mill. € direkte Kosten, 250 Mill. € indirekte Kosten sowie 900 Mill. € Produktionsverlust verursacht. Dazu kommen seiner Berechnung nach noch die langfristigen Nachteile und Schädigungen, die SchülerInnen durch Burnout-LehrerInnen erleiden, die real nicht beziffert werden können.

Bestärkt durch diese niederschmetternden Fakten und unsere Erfahrungen in der täglichen Personalvertretungsarbeit war und ist es uns Auftrag und Verpflichtung zugleich, konkrete Lösungsvorschläge zu dieser leidvollen Thematik beim Dienstgeber einzubringen. 

Bereits 2014 entwickelte die PULL-UG ein Konzept eines „Internen Konfliktmanagementsystems“ für die steirischen PflichtschullehrerInnen und verhandelte dieses über den ZA Steiermark mit der Dienstgeberseite (BDir. Land Stmk.) - leider ohne positives Ergebnis. Kernelemente dieses Konzeptes mit der Zielrichtung eines positiven Arbeitsklimas, von dem letztlich alle Beteiligten profitieren, ist es betroffene KollegInnen je nach Konfliktsituation kurzfristigst die Möglichkeit haben, sich an entsprechende Einrichtungen oder Stellen zu wenden.

 

  • PersonalvertreterInnen
  • Konfliktpräventionbeauftragte(r) – Koordinator(in)
  • KonfliktlotsInnen
  • Mobbingberatungsstelle                                externe Stelle
  • Juristische Beratungsstelle                            externe Stelle
  • Antidiskriminierungsstelle                             externe Stelle
  • Gleichbehandlungsbeauftragtenstelle             externe Stelle
  • Behindertenbeauftragtenstelle                      externe Stelle

    Weitere Informationen nachzulesen unter: www.pull-ug.at >PV-Wahl>Internes Konfliktmanagementsystem am Arbeitsplatz SchuleAus nicht nachvollziehbaren Gründen nimmt die Dienstgeberseite (BDir., Land Stmk.) die wahre Tragweite dieser Problematik nicht zur Kenntnis und führt keine seriösen, ergebnisorientierten Verhandlungen, obwohl seit mehr als 20 Jahren von der Stadt Graz ein vielfach ausgezeichnetes „Internes Konfliktmanagementsystem“ bekannt ist.

    Die PULL-UG erachtet die Installierung eines „Internen Konfliktmanagementsystems am Arbeitsplatz Schule“ als unerlässlich und wird dieses Ziel auch weiterhin mit absolutem Nachdruck verfolgen. 


     
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