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Ein aufrichtig dankbarer Bediensteter zum Gehaltsabschluss 2025

Achtung Satire!

Offener Brief an die Führungen von GÖD und Younion

Betreff: Herzlichen Dank und tiefste Anerkennung für den zukunftsweisenden Gehaltsabschluss

Sehr geehrte Damen und Herren der Führungen von GÖD und Younion,

gestatten Sie mir, im Namen der Bediensteten des Öffentlichen Dienstes, meine aufrichtige Dankbarkeit und tiefste Hochachtung für das jüngst verhandelte Gehaltsabkommen zum Ausdruck zu bringen. Die von der GÖD publizierte Aussendung unterstreicht in beeindruckender Weise den langfristigen Mehrwert, der uns durch Ihr unermüdliches Engagement zuteilwird. Man erkennt den Verhandlungserfolg mühelos an den folgenden, durchaus bemerkenswerten Eckpunkten:

Abwendung der Nulllohnrunden: Es ist ein triumphaler Sieg, dass die scheinbar schon feststehenden Nulllohnrunden 2027 und 2028 abgewendet werden konnten. Im Gegenzug wurden uns nun lediglich gestaffelte „Anpassungspausen“ beschert: Eine nur sechsmonatige Nulllohnrunde 2026, gefolgt von sieben Monaten 2027 und lediglich acht Monaten 2028. Welch ein Beweis Ihrer Verhandlungskunst, die Kurzfristigkeit dem Schrecken des „Nulls“ langfristig vorzuziehen!

Beständigkeit durch Langfristigkeit: Der letztjährige Gehaltsabschluss über zwei Jahre hat seine Stabilität eindrucksvoll bewiesen. Es ist daher mehr als folgerichtig und äußerst weitsichtig, dieses bewährte Modell nun auf drei volle Jahre auszudehnen. Dies schenkt uns allen eine unvergleichliche Planungs- und Kalkulationssicherheit.

Mut zur Konkretisierung: Die Entscheidung, die Gehaltsabschlüsse für 2027 und 2028 nicht an die rollierende Inflation zu koppeln, ist ein Geniestreich. Endlich wird mit den vagen Unsicherheiten der tatsächlichen Teuerung gebrochen und durch berechenbare, fixe Zahlen ersetzt. Wir wissen nun, woran wir sind, auch wenn die Inflation selbst andere Pläne haben mag.

Meisterhafte Präsentation der Zahlen: Es ist unerlässlich, die Ergebnisse der GÖD-Führung im rechten Licht zu präsentieren. Die fixierten 3,3 % Erhöhung für 2026 haben nicht nur „gehalten“, sondern gemeinsam mit den Folgejahren münden sie in durchschnittlich 5,4 % Gehaltsplus bis Ende 2028. Dies, angesichts einer prognostizierten Inflation von rund 8,1 % im selben Zeitraum, ist wahrlich ein großartig kreatives Rechenexempel.

Der einzige, marginale Wermutstropfen dieser historischen Verhandlungen ist in der sozialen Staffelung der Erhöhung zu sehen. Es ist bedauerlich, dass Bedienstete mit höheren Einkommen nicht im selben Maße von diesem Erfolg profitieren dürfen wie jene in den niedrigeren Gehaltsstufen. Denn auch in höheren Gehaltsregionen gilt: Die Kaufkraft muss geschützt werden, und das am besten einheitlich. Aber, wie Sie selbst bewiesen haben, lässt sich in diesen herausfordernden Zeiten nicht alles perfektionieren.

Für diesen zukunftsweisenden, mutigen und äußerst weitsichtigen Abschluss sage ich Ihnen nochmals: Herzlichen Dank und Glück auf!

Mit gewerkschaftlichen Grüßen,
ein aufrichtig dankbarer Bediensteter

2 Gedanken zu „Ein aufrichtig dankbarer Bediensteter zum Gehaltsabschluss 2025“

  1. Was am meisten stört ist diese Unverfrorenheit, mit der Quinn und die GÖD-Granden die öffentlich Bediensteten belügen. Der tatsächliche Gehaltsabschluss ist nur maximal die Hälfte von dem, was die GÖD-Spitze behauptet, in den kommenden Jahren durch die Erhöhungen im August bzw. September sogar noch darunter. Jedenfalls weit unter der vorrausgesagten Inflation. Es mag einzelne Ausnahmen geben (der berühmte Polizeischüler), die breite Masse verliert Kaufkraft. NEOS und ÖVP jubeln über sinkende Gehälter, die GÖD-Spitze klopft sich auf die Schulter, obwohl sie total versagen. Die SPÖ stellt den Finanzminister, die werden schweigen. Dieser Abschluss ist ein Skandal, vor allem weil nach dem Aufschnüren eines Zwei-Jahres-Paketes nun ein Drei-Jahres-Paket kommt. All das soll das Interesse im öffentlichen Dienst zu arbeiten Fördern? Quinn hat, wieder einmal, versagt.

    1. Lieber Michael,
      dem ist nichts hinzuzufügen. Die Reallohnverluste liegen nach unseren Berechnungen derzeit bei 2-4 %, ohne natürlich die Inflation der nächsten Jahre zu kennen. Das heißt, es kann auch noch schlimmer kommen und dagegen müssen wir uns wehren. Wir sind nicht für das Finanzgebaren der Republik verantwortlich und erst Recht nicht der Sparstrumpf der Nation.

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